Kindergarten, Kita | 3 bis 6-Jährige

Musikstoppspiele - Klassiker der Bewegungspädagogik

Publiziert am 13.01.2012 von Elke Gulden
Musikstoppspiele
 
Musikstoppspiele gehören zu den beliebtesten Bewegungsspielen der Kleinen. Leider gehören sie aber auch zu den am meisten unterschätzten Spielen der Bewegungspädagogik. In aller Regel laufen die Kinder zu einer flotten, bewegungsmotivierenden Musik durch den Raum und frieren auf der Stelle ein, sobald die Musik stoppt. Weiter durch den Raum geht es erst, wenn auch die Musik wieder spielt.
Dabei ist es für dieses Stop-and-Go-Spiel ein Leichtes, die Motivation der Kinder zu nutzen und gezielte Bewegungsförderung zu integrieren. Denn Kinder brauchen neben der freien und nicht angeleiteten Bewegung die Möglichkeit, Bewegungsabläufe gezielt zu üben, damit sich diese automatisieren und festigen. Idealerweise können Kinder dabei vielfältige Erfahrungen in den vier Grundelementen Raum, Zeit, Form und Kraft sammeln, mit denen sich der Mensch zu jeder Zeit auseinandersetzt. Eben diese Verbindung gelingt im musikalisch-rhythmischen Bereich.
Darum sollte die Förderung körperlicher Fitness, der Raum- und Zeitwahrnehmung, der Koordination, der Sachkompetenz und Kreativität sowie der Musikalität und des Sozialverhaltens in dieses so beliebte Kinderspiel ganz bewusst integriert werden.
 
Grundsätzlich werden 3 verschiedene Kategorien von Musikstoppspielen unterschieden.
  1. Klassische Musikstoppspiele, bei denen sich die Kinder entweder zu einer vorgegebenen Fortbewegungsart oder frei zur Musik durch den Raum bewegen und bei Musikstopp bestimmte Aufgaben ausführen.
  2. Assoziative Musikstoppspiele, für die zu Beginn des Spiels bestimmten Begriffen bestimmte Aufgaben zugeordnet werden, die dann von den Kindern bei Musikstopp zunächst assoziiert und dann ausgeführt werden. Die Eingabe erfolgt entweder über Zuruf oder durch visuelle Hilfsmittel.
  3. Musikstoppspiele mit Utensilien, bei denen Material oder gymnastische Handgeräte zum Einsatz kommen.
 
Zu allen Arten von Musikstoppspielen können jederzeit aktuelle Themen integriert werden und Teilbereiche noch einmal von einer anderen Seite beleuchten. Sie unterstützen damit eine ganzheitliche Erziehung. Besonders interessant ist die Einbindung von kleinen Geschichten für die Kinder. Oftmals genügt schon das Beschreiben einer Situation oder eines anderen Ortes, an dem sich die Kinder für das Spiel aufhalten. Denn das Abtauchen in andere Welten und das Eintauchen in das Sein anderer Personen, Tiere oder auch Dinge ist zentrales Thema während dieses kindlichen Entwicklungszeitraumes. So haben die Kleinen beispielsweise großen Spaß daran, eine Geburtstagsfeier vorzubereiten und selbst Luftballon, Luftschlange, Torte und Geschenk zu sein oder gemeinsam auf Tauchgang zu gehen und im herrlich warmen türkisblauen Wasser mit Meerjungfrauen und Fischen zu schwimmen, sich mit Seesternen zu unterhalten und sich von Wasserpflanzen kitzeln zu lassen. Aber auch trockenes Wissen lässt sich mit Musikstoppspielen interessant vermitteln und so können Kinder beispielsweise selbst die Begriffsbildung der Präpositionen mit Hilfe von geliebten Kuscheltieren in der Bewegung aktiv im Raum erfahren. Der Phantasie sind hier keinerlei Grenzen gesetzt. Wichtig ist lediglich, eine für die Kinder ansprechende Situation zu schaffen und eine fröhliche Musik, deren Tempo zwischen 140 und 160 Bpm liegt.

Elke Gulden und Bettina Scheer
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