Krippe, Kindergarten, Eltern-Kind-Gruppe, Kita | 0 bis 3-Jährige

Feste feiern mit den Allerkleinsten

Publiziert am 13.01.2012 von Monika Lehner
Feste gehören schon für kleine Kinder mit zu den Höhepunkten des Jahres. Allerdings sind die ganz kleinen Kinder schnell überfordert oder reagieren gar mit Ängsten, wenn sie mit dem uns so vertrauten Festprogramm konfrontiert werden. So kann ein schöner Anlass in Tränen enden und wir stehen mit unseren besten Absichten irritiert und oft auch ein wenig enttäuscht daneben. Es liegt an uns Erwachsenen, die Jüngsten altersgemäß an die traditionellen Feste heranzuführen, Faszination zu wecken und den ersten Grundstein zum Verständnis der Festinhalte zu legen. Unsere Kinder werden noch unzählige Male Luftschlangen ausblasen und Ostereier suchen! Wir dürfen sie bei den ersten Schritten ihrer "Festekarriere" begleiten.
 
Für kleine Kinder ist alles neu
Schon das Alltägliche ist spannend! Bei jedem Spaziergang, bei jedem Bilderbuch entdecken und erfahren kleine Kinder neue Begriffe und Zusammenhänge. So erleben die Jüngsten auch die Feste ganz neu. Eine gelungene Festvorbereitung führt die Kinder behutsam an Traditionen und Bräuche heran und stellt ihr Erleben, ihre Vorstellungswelt, ihre Möglichkeiten und Grenzen in den Vordergrund.
Die Maskerade an Fasching und Karneval beispielsweise, die für die Kindergartenkinder schon selbstverständlich und lustig ist, kann auf jüngere Kinder sehr verunsichernd wirken. Die Kleinen erkennen sich und die Welt nicht mehr! Ganz langsam, vielleicht nur mit einem roten Punkt auf der Nase, führen wir sie an das Spiel mit Verkleidung und Verwandlung heran – und respektieren dabei ihre Grenzen! Durch Geschichten, Lieder und Spiele nähern wir uns gemeinsam und im Tempo der Kinder dem Fest mit Kostümen und Schabernack.
 
Immer geht es auch darum, Inhalte und Botschaft, die den einzelnen Festen zugrunde liegt, für stimmig zu reduzieren und für das Kleinkindalter verständlich zu vermittelt. So wird etwa die historische Nikolauslegende rund um den mildtätigen Bischof zur schlichten Aussage "Nikolaus war ein guter Mann!" Das verstehen auch die Ein- bis Zweijährigen und mehr brauchen sie (vorerst) nicht. Kleine Kinder brauchen elementare Aussagen, die bei aller Verkürzung dennoch "wahr" sind. Sie bilden das Fundament für ein kindgemäßes Festerlebnis und gleichzeitig für das mit der Zeit wachsende Verständnis.
 
Kleine Kinder brauchen einen kleinen Rahmen
Feste mit kleinen Kindern werden immer dann gelingen, wenn sich der Festrahmen an den Möglichkeiten und Grenzen der kleinen Kinder orientiert. Immer gilt es, die Balance zwischen der Vermittlung der traditionellen Festbausteine und den „Kapazitäten“ der Allerkleinsten zu halten. Dies klingt einfacher, als es in der Praxis oft ist, denn gerade im Einfachen verbergen sich häufig unerwartete Stolpersteine. Bei der Vorbereitung, Planung und Durchführung eines Festes mit kleinen Kindern müssen sowohl organisatorische wie auch pädagogische Fragen bedacht werden:
 
Im Mittelpunkt steht das Kind
Im Zusammensein mit kleinen Kindern steht weder das Fest selbst, noch die originelle, brandneue Spiel- und Bastelidee im Vordergrund. Ein- bis Dreijährige bevorzugen das Bekannte und lieben Wiederholungen. Gerne singen sie „ihr“ Laternenlied mehrmals hintereinander oder betrachten das gleiche Buch von St. Nikolaus mit Ausdauer und Hingabe, immer wieder und immer wieder neu!
Nehmen wir uns bei der Festgestaltung für Ein- bis Dreijährige ein Beispiel an der gutmütigen „Henriette Bimmelbahn“ des bekannten Kinderbuchautors James Krüss! Ein Fest soll kein Schnellzug sein, der an den Kindern vorbei oder gar über sie hinwegrauscht, nur am „Fahrplan“, also an sich selbst und seinen festen Traditionen orientiert. Lieber ein gemütlicher Bummelzug, der die Kinder einsteigen lässt, wo und wann sie können und möchten, bei Bedarf die Fahrt aber auch kurz unterbricht, um die kleinen Festgäste wieder aussteigen zu lassen.
Mit guter Vorbereitung, altersgerechten Ideen, kindgemäß reduziertem Festinhalt – und ausreichend Personal – wird ein Fest für kleine Kinder zum wirklichen Höhepunkt im Jahr.
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